Mit dem Rad zum Eiffelturm
ca. 1.200 km
14.05.2026 - 31.05.2026
Start: 14.05.2026 09:00 Uhr Domplatz Magdeburg
Gefahrene km (gesamt): 0
Höhenmeter (gesamt): 0
Durchschnitt inkl. Pausen: - km/h
Zeit im Sattel: 0 Stunden
Reifenpannen: 0
Liter getrunken: 0
Bananen-Zähler: 0
Verschluckte Insekten: 0
Umgefallene Beifahrer: 0
Autor: Simon
Zum krönenden Abschluss der Trainingssession wurde eine offizielle Radtour auserkoren. Die Tour de Hexe, 64 km und 900 Höhenmeter in und um Vatterode im Harz rauf und runter fahren.
Ich habe mich erst Tage zuvor endlich dem Gravel-Druck ergeben und ein entsprechendes Bike zugelegt. Zeit wurde es! Diese offizielle Tour war natürlich die absolute Feuertaufe. Aber dennoch Räder aufs Dach und los gings nach Vatterode zum Start. Dort traf man auch auf den Vadder von Jens, der diese kleine spaßige Ausfahrt traditionell mitmachen wollte.
Das Wetter an diesem Tag war perfekt für eine Radtour, weder zu kalt noch zu warm, wenig Wind und auch trocken. Am Start wurden die letzten Vorbereitungen getroffen, ringsherum wurden von den anderen Teilnehmern Bananen verspeist, die Radklamotten angezogen, Startnummern befestigt und das Vorher-Bild geschossen.
Jegliche Fahrradart war zu sehen, Rennräder, Gravel, Trekking, manche auch mit der E-Unterstützung. Zuerst schossen die Fahrer der 119 km Route pünktlich um 10 Uhr los. Danach schoben wir uns voller Euphorie an die Startlinie. Der Countdown zählte runter und los gings. Oder auch nicht, da es eine Weile dauerte, bis sich alle Fahrer in Bewegung setzen konnten. Solch ein Event ist eben etwas anderes, als wenn man nur zu zweit loslegt.
Das Feld zog sich langsam auseinander, und an den ersten langen Anstiegen konnte man so manchen überholen, aber musste sich auch von anderen überholen lassen…Diese E-Unterstützung 😉.
Wir fuhren zu dritt ein anständiges Tempo und kamen gut voran, die Strecke war ausgeschildert. Wenn die Schilder auch standen, einmal ging es in den Wald. Das fühlte sich ungewohnt an. Kurzer Vergleich mit der digitalen Route und es war klar. Okay, wir mussten zurück und eine andere Kurve nehmen. Auf dem Weg zurück sammelten wir auch unsere Verfolger ein. Aha! Die Streckenschilder lagen umgekippt in der Wiese, sozial wie wir sind, haben wir diese auch wieder richtig aufgestellt.
Weiter gings durch Dörfer voller Zuschauern mit Kuhglocken zum Anfeuern, vorbeiziehenden Schafherden, idyllischen Ackerlandschaften und Wäldern, natürlich immer verziert mit Steigungen und manchmal auch Gefällen, wo man ordentlich die Geschwindigkeiten hochtreiben konnte. Nach gut der Hälfte gab es einen kurzen Halt am Versorgungsdepot, voller Süßigkeiten zum Essen, das Trinken wurde aufgefüllt und weiter gings. Immer wieder zogen Gruppen von Rennrädern vorbei, die sich gegenseitig zum Durchhalten und Tempo pushten. Ein motivierender Anblick dieser „Profis“.
Nach gut 3,5 Stunden kamen wir drei solide ins Ziel, bekamen eine Teilnehmermedaille für unsere Anstrengungen. Dazu gabs Kuchen, Erbsensuppe und Getränke zur Stärkung. Das Nachher-Foto wurde stolz getätigt und wie üblich die Pulswerte miteinander verglichen. Wie unterschiedlich so eine Ausfahrt und die Wahrnehmung für jeden sein kann.
Nichtsdestotrotz wurden mit diesem Event die Trainingsvorbereitungen gebührend abgeschlossen und als nächstes steht das Gravel-Abenteuer nach Paris an.
Autor: Jens
Um ein Gefühl dafür zu kriegen, wie sich unsere Route zum Eiffelturm anfühlen wird, hatte Simon vorgeschlagen, die erste Etappe schon einmal als Training zu fahren. Gesagt, zeitlich geplant und heute umgesetzt.
Die Tage davor blickte ich immer wieder auf das Wetter und dieses sollte uns wohl gesonnen sein. Trocken, gute Temperaturen und vor allem guter Rückenwind waren vorhergesagt. Und genau so zog es sich auch zu. Nachdem wir vor zwei Wochen die ersten etwa 20 km der heutigen Tour bereits bei kaltem Regen und Gegenwind gefahren sind, fühlte es sich heute schon fast locker und leicht an.
Während des ersten Zwischenstopps, nachdem sich bei einer Abfahrt etwas in Simons Antrieb verheddert hatte, musste ich feststellen, dass sein Rad eine technische Überholung braucht. Bergab hörte ich öfter von ihm ein lautes "Fahr!". Bis dahin dachte ich, dass er leichter rollt als ich vorn gegen den Wind, aber seine Bremsen gingen einfach nicht, wie ich bei einer kurzen Inspektion herausgefunden hatte. Naja, nicht ganz so schlimm, aber es muss was dran gemacht werden.
Weiter ging es bei Sonnenschein weiter und wir wurden mehr oder weniger vom Wind getragen. Zwischendurch kam mir der Gedanke, man könnte es "Whiskey-Tour" nennen. Ein leicht schwebendes Gefühl, mit viel Genuss :)
Kurz vor Peine schellte Simon seine Klingel und verkündete, dass er gerade seine ersten 100 km an einem Tag auf dem Rad geschafft hatte. Glückwunsch und willkommen im Club der "richtigen" Fahrradfahrer! Darauf kann man schon stolz sein, gerade, wenn man erst seit einigen Monaten auf solch ein ehrgeiziges Ziel hinarbeitet.
Das Tagesziel wurde im Zeitplan erreicht und auch für mich war es eine wichtige Tour, um auszutesten, ob mein neues Rad zu mir passt. In Peine sammelte uns Sandra mit dem Auto ein, wir verluden die Räder auf das Auto und fuhren nach Hannover, um dort noch etwas zu Bike-Shoppen und uns auf alle Eventualitäten auf der großen Tour vorzubereiten.
Der Trainingsplan steht, kleine und auch die ersten größeren Runden sind absolviert. Auch eine Runde mit Gepäck (Wasserflaschen in den Taschen) ist geschafft, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie anders sich das Fahrrad damit verhält.
Irgendwann im Sommer 2025 kam mir die Idee, für 2026 mal eine Tour für eine Woche zu machen. 1.000 km klangen für mich nach einer machbaren Größe. Also warf ich einen Blick auf die Landkarte, steckte den Radius ab und da war ein markantes Ziel auf dem Kreis: Paris. Klar, warum nicht, den Eiffelturm kennt jeder, die Saat des Gedankens war gelegt.
Als ich das erste Mal mit meiner Partnerin darüber sprach, kam ihr in den Sinn, dass da jemand in unserem Bekanntenkreis ist, den ich fragen könnte, ob er nicht auch Lust darauf hätte. Und Simon sagte zu, nachdem ich ihm mehr oder weniger klar machte, dass wir zusammen fahren werden. Die Aussicht auf den Besuch des Disney Lands am Ende der Tour wischte dann große Teile des Zweifels seinerseits vom Tisch.
Da Simon bisher keine Strecke dieser Dimension gefahren ist, werden wir über zwei Wochen fahren. Das sollte trotz der etwa 1.000 km gegen den Wind zu schaffen sein. Aktuell trainieren wir fleißig und arbeiten uns bei den Streckenlängen langsam nach oben.